7. Mai 2006: Darauf haben wir lange gewartet!

Obwohl der Kanton Graubünden sehr gross ist und an vielen Orten über 1000 m die Kreuzotter (Vipera berus) beobachtet werden kann, ging ich an diesem Sonntag sozusagen fremd. Es war aber auch an der Zeit, dass ich mich endlich einmal mit Jürgen Kühnis im Feld traf. Wir beschäftigen uns beide schon seit vielen Jahren sehr intensiv mit Reptilien, er vor allem im Kanton St.Gallen und im Fürstentum Liechtenstein, ich in Graubünden.

In der Umgebung von Wildhaus SG machten wir uns zusammen auf den Weg und Jürgen stöberte schon sehr bald dieses frisch gehäutete Weibchen auf.

 

 

Und hier ein Beispiel, wie die Kreuzotternlebensräume in dieser Gegend aussehen:

 

 

Allerdings ist die Kreuzotter hier nicht das häufigste Reptil. Wir haben viel öfter die Bergeidechse (Zootoca vivipara) feststellen können:

 

 

Am Nachmittag waren wir in einem zweiten Gebiet in der Gegend unterwegs und wie beiläufig fragte mich Jürgen Kühnis, ob ich schon einmal einen Kommentkampf zwischen Kreuzottermännchen hätte beobachten können. Nein, dieses Glück hatte ich bis dahin noch nie gehabt, Jürgen auch nicht. Aber eine halbe Stunde später entdeckten wir an einer Stelle mit dürrem Altgras in einer Geröllhalte zwei kämpfende Männchen!

 

 

Blitzschnell hatten wir unsere Kameras in der Hand, noch schneller aber liessen die beiden Männchen voneinander ab. Wir sahen, wie sich ein Weibchen verkroch, dann tauchte mal ein Männchen mal da, mal dort auf. Wir zählten fünf Männchen! Das Weibchen war aber weg und der aufgekommene Wind schien den Männchen die Orientierung zu erschweren.

Wir verliessen den Platz, kehrten aber nach einer halben Stunde wieder dorthin zurück. Es war nur noch ein einziges Männchen zu sehen, dass sehr lebhaft nach dem Weibchen suchte. Erfolglos. Schliesslich gaben wir auf, Jürgen war schon auf dem angrenzenden Schneefeld auf dem Rückweg und ich wollte nur noch die Stelle fotografieren, wo wir die vielen Männchen beobachtet hatten. Als ich die Kamera zur Hand nahm - da waren sie plötzlich wieder da: Zwei Männchen kämpften miteinander!

 

 

Ich pfiff und winkte Jürgen zurück und wir waren beide überwältigt, was für ein Schauspiel sich uns da bot.

 

 

Wir fotografierten, schauten und fotografierten wieder. Und immer wieder vernahm ich Jürgens Kommentar: "Ich glaube es nicht, ich fasse es nicht!"

 

 

Ich bin schon oft aufgestellt und zufrieden von einer Reptiliensuchtour nach Hause zurückgekehrt. Dieses Erlebnis mit den kämpfenden Kreuzottermännchen zähle ich aber zu den ganz grossen Höhepunkten! Schön war's auch, dass ich dieses Ereignis mit einem anderen Schlangenfachmann zusammen erleben und mit einem kühlen Bier im Bergrestaurant entsprechend feiern konnte!

Am Ende dieses tollen Feldtages habe ich Jürgen Kühnis zu einem Gegenbesuch in den  Kanton Graubünden eingeladen. Auf diesen Tag freue ich mich. Mein Problem ist nur, dass mit der Bilanz unseres gemeinsamen Tages in seinem Kanton die Messlatte nun sehr hoch liegt...

Datum Ort m  ü. M. Zeit
7.05. 2006 Umgebung von Wildhaus 1100-1400 div.
 Ergänzung, Frage? Hier!

Andere Einträge: Archiv!

Zurück zur Startseite!