27. März 2006: Die Ringelnattermännchen sind bereits aktiv!

Das Ringelnatterprojekt in den "Siechastuda" (Maienfeld/Jenins, Graubünden) habe ich 2004 abgeschlossen. Die hundert Blechplatten lagen aber immer noch draussen. So machte ich mich dann an diesem Tag auf, um den grössten Teil dieser Blechplatten einzusammeln. An den beiden Vortagen war die Kälte des langen Winters endlich frühlingshafteren Temperaturen gewichen. Aber ob das wohl schon reichen würde, um Ringelnattern (Natrix natrix helvetica) an die Sonne oder wenigsten unter meine Blechplatten zu locken?

Da und dort huschten ein paar wenige Mauereidechsen (Podarcis muralis) herum, doch von den in diesem Lebensraum seltener gewordenen Zauneidechsen (Lacerta agilis) war nichts zu sehen. Schliesslich entdeckte ich doch einige Blindschleichen - alles Männchen - unter der einen oder anderen Blechplatte.

 


Porträt eines dieser Blindschleichenmännchen

 

Schliesslich fand ich zu meinem Erstaunen dann doch noch zwei Ringelnattermännchen, beide auch unter Blechplatten. Das eine lag noch um 18.45 Uhr unter der Blechplatte, als die Sonne schon nicht mehr schien. Die Natter fühlte sich ziemlich kühl an, ob sie allerdings die Nacht unter der Platter verbracht hat, ist fraglich. In all den Jahren habe ich nur ein einziges Mal eine Ringelnatter vor Sonnenaufgang unter einer Blechplatte vorgefunden.

 

 


Nach dem Vermessen und Fotografieren war die Ringelnatter doch schon wieder recht munter. Sie verkroch sich zuerst unter der Blechplatte, verschwand dann aber bald schon im dahinter liegenden Asthaufen.

 

Ich fotografiere die Ringelnattern, weil ich mit der Fotoidentifikation arbeite, d.h. ich fotografiere jede Ringelnatter, welche grösser als 45 cm ist. Die Bilder von der vordersten Bauchpartie und ein Seitenporträt lassen eine sichere Wiedererkennung zu. Deshalb suchte ich dann zu Hause in meinen Unterlagen nach. Und tatsächlich: Dieses jetzt 79 cm lange Männchen mit der Nummer NN 139 hatte ich am 16. September 2003 am gleichen Waldrand nur etwas 20 m vom diesmaligen Fundort entfernt schon einmal gefangen! Damals war es 71 cm lang. Erwachsene Ringelnattermännchen werden bei uns in seltenen Fällen bis 90 cm lang. Hier die Bildbelege:

 
Links: Aufnahme vom 16. September 2003
(mit Squeezebox)
Rechts: Aufnahme vom 27. März 2006
(von Hand, ohne Squeezebox)

    

 

 

Ort: Maienfeld, Siechastuda, 520 m ü. M. 
Zeit: 18.45 Uhr
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