24. August 2000: Schlingnatterngeburt!

Schon viele Ringelnattern hatte ich im meinem Maienfelder Untersuchungsgebiet beobachten können. Am 2. August 2000 entdeckte ich dort zum ersten Mal eine Schlingnatter (Coronella austriaca). Sie war fast einfarbig graubraun, eine Häutung stand also bevor. Aufnahmen für die Wiedererkennung wären zu diesem Zeitpunkt sinnlos gewesen, weshalb ich das junge trächtige Weibchen mitnahm und ins Schulterrarium setzte. 

Am 24. August teilten mir zwei Schülerinnen beim Betreten des Schulzimmers mit, dass die Schlingnatter mit der Geburt begonnen hätte. Wie ich den Deckel des Kunststoffbehälters entfernte, bot sich mir um etwa 13.45 Uhr folgendes Bild:

 


Zwei junge Schlingnattern waren schon geboren und verharrten noch in ihren durchsichtigen Eihüllen. Und dem Muttertier war anzusehen, dass weitere Jungtiere bald folgen würden.

Und tatsächlich: Um 15.15 Uhr lagen insgesamt sieben Jungtiere nebeneinander in ihren Eihüllen oder hatten diese durchstossen und krochen bereits herum.

 


Auf diesem Bild ist festgehalten, wie das letzte Jungtier zur Welt kommt. Während die einen Jungschlangen noch in ihren Eihüllen verharren, kriechen andere schon herum.


Muttertier und Jungschlangen hielt ich dann getrennt, denn die Schlingnattern ernähren sich von Eidechsen und Blindschleichen und würden auch ihre eigenen Jungtiere verschlingen, wenn die ihnen in einem hungrigen Moment über den Weg kriechen würden. Die Jungschlangen sind also vom ersten Tag an selbständig. Sie ernähren sich wohl von Insekten, Würmern und anderen Kleintieren, möglicherweise auch von frischgeborenen Blindschleichen.

Das Schlingnatterweibchen habe ich am 26. August am Fundort wieder freigelassen. Auch die Jungschlangen habe ich dort in der Nähe in die Freiheit entlassen. 

 Fundort: Maienfeld, 525 m ü. M.

Funddatum: 2.8.00, 11:40

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Datum Geburt: 24.8.00, ab 13:00

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