22./23. Januar 2000: Eine Wasserspitzmaus fangen
Vor ein paar Tagen erreichte mich ein Anruf
von der Pro Natura Zürich: Sie würden wieder eine Ausstellung
auf dem Schiff planen (Zürichsee, Start in Horgen, 5.2.2000.
Kontakt, Fragen: hier!) .
Das Thema : "Auen". Wie vor zwei Jahren würde das
Aquaterrarium mit einer Wasserspitzmaus auch diesmal wieder miteinbezogen.
Und ob ich wie 1998 nochmals eine Wasserspitzmaus
(Neomys fodiens) für sie fangen könnte...
Heute schneite es hier in Chur, aber die Temperaturen
lagen nicht unter dem Gefrierpunkt. Und so habe ich zusammen mit
Markus, unserem Fünftklässler, in der Nähe unserer
Stadt im Uferbereich eines Baches 10 Kastenfallen vom Typ "Longworth
Small Mammals" gestellt.
Die Fallen waren natürlich vorgängig gut mit gehäckseltem
Stroh, Fleischköder und einem mit Wasser getränkten
Wattebausch bestückt worden. Wasserspitzmäuse
sind wie alle Spitzmäuse empfindliche Kleinsäuger, welche
nur wenige Stunden ohne Futter und Wasser überleben würden.
Deshalb sind die Fallen nie nur mit Köder und Streu, sondern
immer auch mit reichlich "Proviant" zu versehen. Ebenso
gehören regelmässige Kontrollen zu so einer Fangaktion,
natürlich auch in der Nacht!
Erster Kontrollgang: Im Schein meiner Taschenlampe konnte ich
bei den meisten Fallen erkennen, dass sie noch offen waren. In
zwei Fallen aber war die Klapptüre unten und das genau an
jenem Ort, wo ich vor zwei Jahren eine Wasserspitzmaus gefangen
hatte. Doch zweimal kam eine Waldwühlmaus (Clethrionomys
glareolus), auch Rötelmaus genannt, zum Vorschein.
Beide Kleinsäuger huschten nach ihrer Freilassung wieder
in ihre Verstecke zurück.

Rötelmaus oder Waldwühlmaus (Clethrionomys
glareolus)
Aus: Macdonald,
D. and Barrett, P. (1993): Collins Field Guide, Mammals of Britain
& Europe. HarperCollins, London.
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Weitere Kontrollgänge: Ich fing nochmals zwei Rötelmause
(Clethrionomys glareolus). Bei einer anderen Falle
aber staunte ich nicht schlecht: Der mit Wasser getränkte
Wattebausch lag vor dem Falleneingang und drinnen sass gleich
ein Pärchen der Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis)!
Wie die das nur geschafft hatten? Alle Mäuse wurden natürlich
wieder freigelassen.

Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis)
Aus: Macdonald,
D. and Barrett, P. (1993): Collins Field Guide, Mammals of Britain
& Europe. HarperCollins, London.
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Die Suche nach einer Wasserspitzmaus ist also ohne den gewünschten
Erfolg geblieben. Doch ich bin alles andere als unzufrieden: Schön
waren die kleinen Touren dem Bach entlang. Es schneite meistens
und in der Winterstille war nur das Plätschern des Baches
zu vernehmen. Die Stimmung war insbesondere in der Nacht sehr
eindrücklich.
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Ort: Churwalden |
Zeiten: verschiedene (Tag und
Nacht) |
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